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Bericht aus der Mainpost vom 02.05.2008 über Interview mit Julia Firmbach, jüngste Kreisrätin der neuen SPD-Kreistagsfraktion

Julia Firmbach
SPD Kreisr├Ątin seit 2008

 

Kreistags-Küken mit Elan: „Da ist Power dahinter“

Das Kreistags-Küken Julia Firmbach versprüht jugendlichen Elan
 

Am Montag um 9 Uhr tritt der neue Schweinfurter Kreistag erstmals zusammen. Die Sennfelderin Julia Firmbach (21, SPD) und Landrat-Sohn Tassilo Leitherer (22, CSU) sind dann die jüngsten Kreisräte. Mit mainpost.de sprachen die beiden, die sich aus der gemeinsamen Schulzeit im Schweinfurter Celtis-Gymnasium kennen, über ihre Erwartungen und Ziele, über Alte und Junge und über Linke und Republikaner.

Frage: Sie ziehen beide am 5. Mai als jüngste Mitglieder in den neuen Kreistag ein. Welche Erwartungen haben Sie an ihre Arbeit dort?

Julia Firmbach: Es freut mich, dass ich in den Kreistag gewählt worden bin, da es ein großes Stück Arbeit erfordert hat. Ich werde im Jugendhilfeausschuss tätig sein; dort sind auch die Themen, die ich vertrete. Im ersten Jahr geht es aber erst einmal darum, Erfahrung zu sammeln, damit ich meine eigenen Ideen einfließen lassen und selbst Entscheidungen treffen kann. Ich möchte mich in die Arbeit einfinden und dann auch aktiv mitmachen.

Tassilo Leitherer: Für mich ist wichtig, dass der Wahlkampf, der wirklich anstrengend war und lange gedauert hat, von Erfolg gekrönt war. Nicht nur für mich, sondern für andere Junge auch. Das Durchschnittsalter im Kreistag war zu hoch; das hat sich aber nun fraktionsübergreifend geändert. Mir ist es jetzt wichtig, die Arbeit, die in den vergangenen Jahren geleistet worden ist, nun im Kreistag umsetzen zu können. Darauf freue ich mich.

Was werden denn die wichtigen Themen sein?

Leitherer: Die Seniorenpolitik wird ein ganz großes Thema sein. Nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. Es ist wichtig, dass daran auch die Jungen mitarbeiten und die Generationengerechtigkeit umgesetzt wird.

Firmbach: Ich setze voll auf das Thema Bildung. Schließlich bin ich angehende Lehrerin. Bei mir steht die Stärkung der FOS/BOS im Vordergrund. Die Sanierung muss vollzogen werden. Dazu müssen sich Stadt und Land 'mal zusammenreißen, damit die Schule in ihrer Stärke bestehen bleibt, egal ob in Haßfurt oder anderswo weitere Schulen gegründet werden. Da wird schließlich auch der Nachwuchs für die Hochschulstadt Schweinfurt unterrichtet. Ein weiterer Punkt ist die Regionalschule: dort sollen Haupt- und Realschule zusammengelegt werden, um die wohnortnahe Bildung erhalten zu können.

Leitherer: Das Thema FOS/BOS ist interessant und aktuell. Es ist daher wichtig, dass der Zweckverband ausgedehnt und der Landkreis Haßberge mit eingebunden wird. Der Hauptstandort soll dabei in Schweinfurt bleiben. Eigene Schulen zu gründen wäre nicht nachhaltig: Irgendwann nehmen die Schülerzahlen ab, dann wird die Situation deutlich schwieriger. Am besten wäre ein Zweckverband mit der ganzen Region, aber man sieht es beim ÖPNV, wie schwierig es sein kann, wenn viele Gesprächspartner an einem Tisch sitzen.

Damit sind wir bei einem anderen wichtigen Thema: das Verhältnis von Stadt und Landkreis. Wie kann man denn da vorankommen?

Leitherer: Da lässt sich nichts übers Knie brechen. Es wird sicherlich nicht ad hoc alles zu 100 Prozent einstimmig laufen. Es gibt gute Ansätze, etwa bei der Sparkassen-Fusion und der Musikschule, die von Stadt und Landkreis getragen wird und eine der erfolgreichsten in Bayern ist. Diese Ansatzpunkte müssen ausgebaut werden, dann wird es auch mit der Harmonie noch besser klappen.

Die SPD sagt stets, dass dies mit den handelnden Personen zu tun hat.

Firmbach: Es ist wohl unumstritten, dass das zum großen Teil der Fall ist. Aber unter den jungen Politikern klappt es eigentlich ganz gut: In der SPD Stadt und Land gibt es zum Beispiel kein Problem. Da müssten die handelnden Personen 'mal über ihren Schatten springen: Offenbar sind manche ziemlich auf sich fixiert.

Nochmal zum Kreistag und seine Altersstruktur. Wie glauben Sie, als junge Neulinge ihre Vorstellungen gegenüber den älteren Semestern durchsetzen zu können?

Leitherer: Wir können da schon sehr erfolgreich sein, weil ja gerade der Wahlkampf gezeigt hat, wie aktiv die Parteijugend sein kann: Die Aktivsten waren die Jungen. Die Ergebnisse werden auch ihren Beitrag leisten: Der Nachwuchs hat bei der CSU extrem gute Wahlresultate erhalten. Da können sich die „Alten“ nicht so einfach gegen uns stellen.

Firmbach: Dem kann ich nur beipflichten. Auf der SPD-Liste waren die Jusos auf vorderen Plätzen. Das zeigt, dass die Partei uns den Rücken gestärkt hat und auf uns setzt. Das wird sich dann auch in der Arbeit widerspiegeln. Das Vertrauen ist da. Und auch unser Wahlkampf war sehr aktiv: Wir haben in sämtlichen Orten unsere Flyer per Hand verteilt. Da haben die älteren Genossen gemerkt, dass da Power dahinter ist.

Leitherer: Es ist ja nicht so, dass da zwei Lager wären – die Alten und die Jungen. Wir ziehen an einem Strang. Unsere JU-Kandidaten sind Leute, die schon vorher gesellschaftlich und in der CSU verankert waren. Daher wird es keine Probleme geben, dass unsere Stimme gehört wird.

Bei aller Aktivität vor der Wahl: Beide Parteien haben je drei Sitze verloren. Vor allem bei der SPD macht sich das stark bemerkbar, zumal die Linken erstmals in den Kreistag eingezogen sind. Wie wird das Verhältnis zu ihnen sein?

Firmbach: Man muss anerkennen, dass die Linken drei Sitze auf Anhieb bekommen haben. Natürlich müssen wir mit ihnen kooperieren, auch langfristig – gerade in Schweinfurt. Ich denke nicht, dass sie in sechs Jahren keinen einzigen Vertreter mehr im Kreistag haben werden. Es wird immer von der SED-Vergangenheit geredet: In Schweinfurt trifft das bei den Linken ja nicht zu. Das sind Leute, die aus der Gewerkschaft kommen und sich engagieren.

Leitherer: Wir sehen das ein bisschen anders. Ich halte es für eines der obersten Ziele, Gruppierungen wie die Linke auf lange Sicht zurückzudrängen. Die neuen Kreisräte sind sicherlich keine extremen Linken, wie man sie anderswo in Deutschland hat. Grundsätzlich bin ich aber der Ansicht, dass sie in sechs Jahren nicht mehr dem Kreistag angehören sollten. Da sind gerade wir jungen Leute gefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Also den Kreisausschuss nach d'Hondt verteilen, damit die Linken dort nicht vertreten sind . . .

Leitherer: Nein. Das Auszählsystem, das angewandt wird, ist schon richtig. Da muss man andere Wege suchen.

Firmbach: Wenn man die Linken aus dem Kreistag haben will, muss man aber auch daran arbeiten, dass man die Republikaner (erneut zwei Sitze; Anm. d. Red.) wieder rausbekommt, und darf nicht argumentieren: Die haben sich dort etabliert.

 

Quelle: Mainpost vom 02.05.2008 (Artikel leicht gekürzt und Überschrift und Bild verändert)

SPD Ortsverein Gerolzhofen  | info@spd-gerolzhofen.de